Freitag, 3. Oktober 2025

Heimreise - Bahnfahren für Fortgeschrittene

Nizza scheint auf den ersten Blick gut mit dem Zug erschlossen. Auf dem Online-Fahrplan erscheinen Verbindungen via Milano und Ventimiglia und alles sollte passen. Doch so einfach ist die Geschichte dann nicht… Das Ganze beginnt bei der Anfrage bei den SBB. Dies ist nicht mehr direkt per Mail über den Schul-Account mehr möglich, sondern nur über ein Kontaktformular, welches mit dem privaten Swisspass verlinkt ist. Also zweiter Versuch. Ich schreibe unseren Wunsch und nach einiger Zeit kommt eine Offerte. Diese sieht auf den ersten Blick sehr gut aus, mit passenden Verbindungen. Einzig fällt mir auf, dass die Fahrt von Zürich nach Milano deutlich teurer offeriert ist als die Fahrt von Milano nach Zürich, da nicht der EC, sondern der RE und IC auf dem Fahrplan steht. Um das Budget möglichst wenig zu belasten, frage ich nach einer Option, welche auf der Hinfahrt ebenfalls die günstigere – dafür etwas aufwendigere – Kombination beinhaltet. Mir wird beschieden, dass ich bald eine Antwort erhalten werde. Diese erhalte ich auch – aber von einer anderen Stelle, welche mir mitteilt, dass meine ursprüngliche Offerte, welche aber noch gültig gewesen wäre, auf einmal nicht mehr möglich sei… Und etwas später auch die Meldung, dass meine Idee so nicht möglich sei. So stehen wir unvermittelt wieder ganz ohne Offerte da und beginnen das Spiel von Neuem. Nach einiger Zeit erhalte ich mehrere mögliche – aber schon deutlich schlechtere – Fahrpläne zu unserer Wahl. So entscheiden wir uns schlussendlich für die sehr frühe Abfahrt um 6.33 ab Zürich HB. Wir fahren somit früher als geplant ab – und kommen dafür später als gedacht dann in Nizza an. Dafür ist der Preis wirklich sehr gut, für Hin- und Rückreise werden wir pro Person unter 110.- bleiben können. Der Zug steht dann bereit und die Reise geht los. Die Wagen sind gut gefüllt – aber ab Chiasso sind wir dann fast alleine im modernen Zug, so dass es eine angenehme Fahrt ist, welche uns ohne Umsteigen bis nach Genova führt. Auf italienischem Boden stehen dann dafür (geplante) Umwege und Wartezeiten an, welche die lange Fahrzeit erklärt. Aber die Stimmung ist gut und in Genova angekommen lacht uns die Sonne an – und ist etwas Zeit, um ein Gelato zu geniessen. Danach geht es mit Lokalzügen weiter, zuerst nach Ventimiglia und dann nach Nice-Ville. Nach langer Fahrt kommen wir dann gut an. Nach wenigen Tagen vor Ort erhalten wir über andere Lehrpersonen, welche auf Studienreisen unterwegs sind, die Meldung, dass für den Freitag – den Tag unserer Rückreise – in Italien ein landesweiter Streik der Bahnen angesagt wurde. Daher steigt der Puls – und versuchen wir herauszufinden, wie sicher dies ist. Von den SBB werde ich bis dahin nicht informiert, also frage ich nach und erhalte den Streik bestätigt. Was gibt es nun zu tun? Da wir in Frankreich sind, liegt es nahe, eine Rückreise via Frankreich zu suchen und buchen. Der Schalter der SNCF ist jedoch ab 16.00 schon geschlossen, drum müssen wir bis morgen warten. Er soll um 8.15 wieder öffnen, daher möchte ich aber um 7.45 bereitstehen, um möglichst sicher noch Tickets zu erhalten. So bin ich eine halbe Stunde vor Schalteröffnung vor Ort. Und bin erst die Nummer 4 in der Schlage… Und hinter mir sind um 8.15 bereits weiter 15-20 Personen… Die Schalterhalle ist sehr schön und modern gehalten, doch leider hilft dies wenig, wenn kaum Personen an der Arbeit sind. Ich merke schnell, dass auch Termine als «Rendez-Vous» gebucht werden konnten, welche prioritär bedient werden. So dauert es über eineinhalb Stunden, bis ich als Nummer 4 an den Schalter darf. Die freundliche Dame ist dann hilfsbereit und schafft es, uns die gewünschten Billette zu verkaufen. So einfach ist es aber schon auch nicht: am Schalter können keine Gruppen gebucht werden, mehr als 8 Tickets auf einmal sind nicht möglich. So werden wir im TGV in unterschiedlichen Wagen zu sitzen kommen, aber wir erhalten die Garantie, dass alle im selben Zug sein werden. Das Prozedere zieht sich abermals in die Länge, da von allen Reisenden Name und Vorname, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse benötigt werden. Ich bin vorbereitet und habe alles in einem Excel bereit. Dies bringt aber nur bedingt etwas, mit dem File kann nichts angefangen werden und so müssen alle Daten einzeln von Hand abgeschrieben werden. Aber nach einer Weile kommt dann wirklich alles gut und habe ich die neuen Billette in der Hand :-) Die französischen Lokalzüge sind einfache «S-Bahn-ähnliche» Kompositionen, die sehr gut gefüllt sind. So bin ich schon etwas nervös, wie das dann auf der Heimreise mit allen Koffern klappen wird. Und am Tag unseres Ausfluges nach Monaco schaffen es nicht alle der Gruppe in den Zug – die Tür hätte sich einfach geschlossen und so bleibt ein Drittel der Klasse vor geschlossenen Türen. An diesem Tag ist dies nicht weiter dramatisch, da wir einfach etwas schneller zu Fuss unterwegs sein mussten. Aber mir wird etwas mulmig, wenn ich mir vorstelle, dass wir es am Heimreisetag nicht alle in den Zug schaffen sollten – und wir unsere Plätze im TGV durch das Rhonetal verlieren würden. Der TER von Nice nach Marseille startet immerhin in Nizza, so dass wir heute früh genug am Bahnhof sind und so auch in aller Ruhe einsteigen konnten. Und zu unserer Freude ist der Zug moderner und leerer als diejenigen der letzten Tage. Einzig etwas Verspätung handeln wir uns ein, so dass das Umsteigen in Marseille hektisch wird – aber doch alle gut den Anschluss erwischen. Von Lyon nach Genf haben wir wieder keine reservierten Plätze mehr und ist der Zug sehr gut gefüllt – aber er bringt uns ohne grössere Probleme nach Genf. Und nach einer kurzen Pause können wir in den IC steigen, der uns direkt nach Zürich bringen soll – und in welchem ich diese Zeilen schreibe :-) Trotz des frühen Morgens nach kurzer Nachtruhe sind alle von früh bis spät pünktlich vor Ort – und erleben die Fahrt je nach Müdigkeit etwas mehr oder weniger entspannt. Aber wir blicken gerne auf eine intensive und gelungene Woche zurück.

Gruppenfoto :-)

Donnerstag, 2. Oktober 2025

Tag 4 - Monaco

Wie immer startete unser gemeinsamer Tag unten in der Lobby am Buffet, bei einem kleinen aber feinen Frühstück. Anschliessend gingen wir zum Bahnhof „Nice-Ville“, um den Zug nach Monaco zu nehmen. Wie es eben in Frankreich so ist, war der Bahnhof wieder ein Riesen-Durcheinander, was dann schlussendlich dazu führte, dass etwa die Hälfte der Klasse am Bahnhof zurückblieb, da die Türen sich einfach schlossen. Nach einer halbstündigen Fahrt mit dem TER, kamen wir (die erste Hälfte) in Monaco an. Der erste Eindruck: Luxus, Glanz und Geld; Anders als andere französische Bahnhöfe, war er sehr gepflegt, selbst die Bodenfliesen waren aus Marmor. Mit einem halbstündigen Lauf waren wir beim Musée Océanographique angekommen. Im Museum konnten wir dann (nach einer glücklichen Wiedervereinigung mit der zweiten Gruppe) einen zweistündigen Workshop machen, bei dem es um die Biodiversität im Mittelmeer ging. Im ersten Teil davon konnten wir selbstständig im Aquarium arbeiten; es ging darum, Fische und andere Organismen aus dem Meer zu analysieren, kategorisieren und zu vergleichen. Darauf diskutierten wir die Ergebnisse und die Leiterin erklärte uns noch einige Dinge zum Thema. Einige von uns konnten da jedoch nicht mehr richtig mithalten;) Danach wurde ein Treffpunkt zur Rückreise abgemacht, worauf jeder sich noch eine Weile selbständig in Monaco aufhalten durfte. Mit dieser Freiheit gingen wir also in unserer eigenen Wege. Die einen machten zuerst auf den Strassen einen Mittagsschlaf neben den Vagabunden - die anderen nahmen sich Zeit das Aquarium oder das berühmte Casino zu besichtigen. Und die meisten gingen einfach entspannt etwas essen und haben die Atmosphäre genossen. In Monaco gibt’s vieles zu sehen - auch Markierungen für Formel 1 Rennen. Es hat zwar Yachten und das Meer was wir in der Schweiz manchmal vermissen, jedoch sonst gibt es nicht viel unglaubliches. Nach der Rückkehr ins Hostel in Nizza gab es eine kurze Pause, in der die meisten einen erneuten Nap gemacht haben und/oder bereits ihre Koffer für morgen packten. Um 19.30 haben wir uns dann in einem Italienischen Restaurant getroffen um zusammen das letzte Abendessen zu geniessen.

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Tag 3 - La Libération und freier Nachmittag

Heute konnten wir etwas länger schlafen als an den anderen Tagen (30min aber immerhin). Frühstück gab es erst um halb neun, da wir gestern grosszügigerweise bis um zwei Uhr nachts draussen bleiben durften. Dieses Zeitlimit brauchte einige Überredungkünste von Schüler*innen der N4c 💪 (Dankeschön an Lucia). Alle waren trotz wenigen Schlafs fit, munter und natürlich pünktlich beim Fürhstück :) Herr Moor hatte allerdings einiges zu erledigen. Wegen des Sciopero (Streiks) in Italien musste er die Heimreise neu organisieren. Zum Glück klappt jetzt alles. Wir werden über Frankreich mit ein paar mehr Zwischenstopps fahren. Ohne Herrn Moor wären wir wirklich aufgeschmissen gewesen. Danach machten wir eine kleine Stadtführung mit Herrn Moor im Quartier La Libération. Es ist ein weniger glamouröser Teil von Nizza, hat aber doch einen Charme. Dort waren wir in einem Park, einer Kirche (das einzige komplett weisse Gebäude in Nizza) und an einem Lebensmittelmarkt. Anschliessend besuchten wir eine Essenshalle, in der es viele Leckereien gab. Ein Basketballturnier an einem Spielautomaten zwischen Giora und Herrn Mattle, bei dem Herr Mattle gewann, durfte natürlich nicht fehlen. Der Rest des Tages war relativ frei gestaltbar. Wir durften uns aufteilen, und jeder konnte seinen Bedürfnissen nachgehen. Die meisten waren jedoch (erfolgreich) shoppen. Erholungspausen mit einem Espresso durften nicht fehlen. Unsere Gruppe war mit Herrn Moor Kaffee trinken. Es entstanden interessante und tiefgründige Gespräche. Später hat uns Herr Moor noch auf ein Eis eingeladen (nochmals vielen Dank an Herr Moor). Uns kam zu Ohren, dass Herr Mattle joggen war, ob das jedoch wirklich stimmt wissen wir nicht. Auch am Abend war das Programm ganz frei und so gingen wir in kleineren Gruppen zu Abend essen. Unsere Gruppe war in einem asiatischen Restaurant mit sehr gutem Essen und sehr nettem Personal. Sie haben uns manche Beilagen geschenkt und einen grosszügigen Schülerrabatt gegeben. Dann sind wir in die Waka Bar gegangen. Mit einer zweistöckigen Bar hat man direkten Blick auf das Meer. Wir haben zusammen getanzt, gelacht und hatten viel Spass. Gegen 1:00 Uhr waren dann alle zurück im Hostel, damit wir fit für den Ausflug am nächsten Tag, an dem wir nach Monaco gehen werden. Es war ein schöner, sonniger Tag, jedoch konnten wir wegen des aufziehenden Unwetters nicht baden gehen, was uns etwas traurig gemacht hat. Wir freuen uns bereits auf den nächsten und letzten Tag und sind uns sicher wir werden einen tollen Abschluss für unsere Maturareise haben. (AB, FC, LN, MS)

Heimreise - Bahnfahren für Fortgeschrittene

Nizza scheint auf den ersten Blick gut mit dem Zug erschlossen. Auf dem Online-Fahrplan erscheinen Verbindungen via Milano und Ventimiglia u...